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Freiwilliges Engagement in Österreich
Freiwilligenarbeit hat einen großen Stellenwert in Österreich. 43,8% der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren leisten in irgendeiner Form Freiwilligenarbeit. Der Anteil bei den Männern beträgt 47,1%, bei den Frauen 40,7%.
Insgesamt engagieren sich knapp über 3 Millionen ÖsterreicherInnen ab 15 Jahren freiwillig. Die Bandbreite des freiwilligen Engagements reicht von der Nachbarschaftshilfe über soziale, pflegerische und gesundheitliche Dienste sowie Sport und Kultur bis zu Katastrophenhilfs- und Rettungsdiensten.
Diese und weitere Erkenntnisse konnten im Rahmen der Erstellung des ersten österreichischen Freiwilligenberichtes gewonnen werden.
1. Bericht zu Freiwilligen-Engagement in Österreich
Auf Initiative des "Österreichichen Rates für Freiwilligenarbeit" wurde mit dem "1. Bericht zum freiwilligen Engagement" eine wissenschaftliche Grundlage für Freiwilligentätigkeit und -politik in Österreich geschaffen.
„Österreich kann stolz sein auf seinen hohen Grad an freiwilligem Engagement", so Bundesminister Hundstorfer, „fast 45 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sind in Organisationen und Vereinen oder in der Nachbarschaftshilfe freiwillig und unentgeltlich tätig. Diese Kultur des freiwilligen Engagements, der Solidarität und gegenseitigen Unterstützung trägt wesentlich zu unserem Sozialkapital bei, das wir schätzen und ausbauen wollen".
Zugleich zeigt der Bericht den europaweit abnehmenden Trend an freiwilligem Engagement. „In Zeiten von Globalisierung, Flexibilisierung und Individualisierung ist es daher wichtig, auch durch freiwilliges Engagement die Solidarität zu stärken", so dazu Sozialminister Hundstorfer.
Dass ein hohes Maß an bezahlter Beschäftigung und sozialer Sicherheit die besten Bedingungen für die aktive Teilnahme am Gemeinwesen schafft, zeigen die führenden nordischen Staaten. Sozial- und Arbeitsminister Hundstorfer sieht darin zuvorderst einen Auftrag an eine aktive Arbeitsmarktpolitik.
Anreize für freiwilliges Engagement schaffen
Der Freiwilligen-Bericht analysiert bereits gesetzte Initiativen zur Stärkung des freiwilligen Engagements und zeigt den weiteren Handlungsbedarf auf. „Wir wollen daher vor allem jungen und älteren Menschen Anreize bieten, um sich in die Gesellschaft ein zu bringen. Gerade für die Menschen in der zweiten Lebenshälfte kann freiwillige Betätigung eine wertvolle Bereicherung darstellen", so Minister Hundstorfer
Dazu läuft derzeit ein Modellprojekt des Sozialministeriums in Zusammenarbeit mit dem Sozialressort des Landes Oberösterreich, das Menschen aller Generationen, Kulturen und sozialen Schichten mobilisieren möchte. „Denn wir wissen, dass es viele Menschen gibt, die gute Ideen haben und Unterstützung brauchen, um sie erfolgreich umzusetzen", so Sozialminister Hundstorfer. Er zeigt sich zufrieden mit den neuen Freiwilligenprojekten für Jugendliche mit schwierigem Lebenshintergrund, für Menschen mit Behinderung, sozial schwache Menschen und Migrantinnen und Migranten. Begleitet werden die Projekte vom ersten Unabhängigen Landesfreiwilligenzentrum (ULF) in Linz.
Österreichischer Freiwilligenpass: Nachweis über Freiwillige Tätigkeiten
Freiwilliges Engagement zahlt sich auch im Beruf aus - egal, ob es um den Einstieg in die Arbeitswelt geht, oder um den beruflichen Aufstieg. Der Grund: In der Freiwilligenarbeit trainiert man viele Fähigkeiten und Fertigkeiten, die in der Berufswelt immer wichtiger werden. Neben fachlichen Fähigkeiten fragen ArbeitsgeberInnen vor allem persönliche Kompetenzen nach.
Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz hat daher mit dem "Österreichischen Freiwilligenpass" einen Nachweis über Freiwillige Tätigkeiten geschaffen, mit welchem sich diese Fähigkeiten objektiv dokumentieren lassen. Das bringt bei Bewerbungen und bei der beruflichen Weiterentwicklung konkrete Vorteile. Wirtschaftskammer Österreich und Arbeitsmarkt-Service unterstützen den Nachweis über Freiwillige Tätigkeiten.
2011 Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeiten
Seit dem UN-Internationalen Jahr der Freiwilligen 2001 wurde Freiwilligenpolitik zu einem wichtigen Politikfeld nicht nur in Österreich, sondern auch auf europäischer Ebene. Nach der Resolution des Europäischen Parlaments 2008 zur Anerkennung der „Freiwilligentätigkeit als Beitrag zum wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt", hat die Europäische Kommission beschlossen, das Jahr 2011 zum „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit" zu erklären. Im Rahmen des EU-Jahres 2011 wurden in Österreich eine Vielzahl an Veranstaltungen, Initiativen, Projekte und Maßnahmen gesetzt bzw. durchgeführt, welche einen wichtigen Impuls für die Zukunft des Freiwilligen Engagements in Österreich darstellen.
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