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Home Soziales Seniorinnen und Senioren Generationenbeziehungen

Inhalt

Generationenbeziehungen

Betrachten wir die Gesellschaft als Ganzes, so überwiegt heute im Verhältnis zwischen Alt und Jung eher das Verbindende; die intergenerationellen Beziehungen innerhalb der Familie sind weiterhin sehr gut, belastbar und wechselseitig solidarisch stützend. Dies darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die demographischen Trends auf eine Ausdünnung gerade dieses Potentials hindeuten.

Generationenvertrag

Mit dem nicht gesetzlich verankerten, aber gesellschaftlich allgemein anerkannten Generationenvertrag wird festgehalten, dass einerseits für die heutigen älteren Generationen weiterhin die Pensionen gesichert sind und sich andererseits auch die jüngeren Generationen ebenfalls auf Pensionszahlungen im Alter verlassen können.

Generationendialog

Wie wirkt sich die Bevölkerungsentwicklung auf das Verhältnis zwischen den Generationen aus? Wissenschaftliche Befunde zeigen, dass die Befürchtung von Generationenkonflikten unberechtigt ist. Die Solidarität zwischen den Generationen ist nach wie vor hoch.

So ergab die im Auftrag des Ressorts durchgeführte Studie "Generationenbeziehungen in Österreich", dass vor allem die Familien nach wie vor Sicherheit in Notlagen und in Situationen des Hilfs- und Unterstützungsbedarfs geben.

Keine/r der Befragten blieb seitens der Familie ohne ausreichende Hilfe. Der Hilfebedarf unterscheidet sich jedoch in der Art und Häufigkeit nach dem Alter.

  • Jüngere benötigen wesentlich häufiger als Ältere Unterstützung insbesondere im finanziellen Bereich, bei der Betreuung von Kindern und haben einen höheren Bedarf an Aussprache bei Kummer und Problemen. Die Elterngeneration deckt diesen Hilfebedarf regelmäßig ab.
  • Bei Personen bis 60 Jahren ist vor allem das Bedürfnis nach Aussprache bei Kummer und Problemen am stärksten gefragt. Personen über 60 Jahre hingegen wünschen vor allem Hilfe bei schweren Arbeiten im Haus.
  • Im Vergleich mit anderen Altersgruppen wünschen die über 60jährigen dauerhafte Pflege. Sie rangiert jedoch im Vergleich mit dem Ausmaß an anderen Hilfsbedürfnissen eher am unteren Ende.
  • Generell agieren Mütter als zentrale Hilfspersonen bei Dienstleistungen. Für Personen höheren Alters nehmen auch Töchter eine wichtige Rolle ein.
  • Generell zeigt sich, dass das Helfen vor allem von weiblicher Seite praktiziert wird. Die meisten sind sich dieses Hilfspotenzials auch bewusst und erwarten von der Familie und auch von Freunden, dass diese ihnen notfalls helfen.

Die Generationenstudie des Ressorts zeigt, dass zwar Konfliktpotenzial, insbesondere in Fragen der Werthaltungen und Lebensstile, aber keine Feindseligkeit im Verhältnis zwischen den Generationen feststellbar ist. Eine unüberbrückbare Kluft zwischen Jung und Alt, wie sie mitunter in der öffentlichen Diskussion behauptet wird, konnte nicht nachgewiesen werden.

Ziel der österreichischen Generationenpolitik ist es daher, die Rahmenbedingungen für die Generationensolidarität weiter zu verbessern: durch die Förderung des Generationendialogs, durch die Unterstützung pflegender Angehöriger und durch die Sicherstellung der gesellschaftlichen Teilhabechancen aller Generationen.

Die gesamte Studie können Sie hier herunterladen.

Demografie

Österreich befindet sich wie andere westeuropäische Länder in einer Phase des Wandels von einer demografisch jungen zu einer demografisch alten Gesellschaft. Ursache dafür ist die sinkende Geburtenrate und der gleichzeitige Anstieg der Lebenserwartung. Bis zum Jahr 2050 wird die Lebenserwartung für Frauen von derzeit 82,68 Jahren auf 89 Jahre und für Männer von derzeit 77,13 Jahren auf 84,3 Jahre ansteigen.

Die Altersgruppe der 0 - 14 Jährigen wird von derzeit 16% auf 14,2% im Jahr 2030 und auf 13,6% im Jahr 2050 sinken. Die 15 - 59 Jährigen werden ebenfalls abnehmen, von derzeit 62% Anteil an der Gesamtbevölkerung auf 55,2% im Jahr 2030 und nur noch 52,7% im Jahr 2050.

Demgegenüber steigt der Anteil der über 60 Jährigen von heute 22% auf 30,6% im Jahr 2030 und auf 33,7% im Jahr 2050.

Unter den älteren Menschen ist ein besonderer Anstieg bei den Hochaltrigen (80 Jahre und mehr) festzustellen; von derzeit 366.000 auf 590.000 im Jahr 2030 und auf eine knappe Million im Jahr 2050.

Lebenserwartung

Derzeit liegt die durchschnittliche Lebenserwartung für einen heute geborenen Buben bei 77,1 Jahren und für ein Mädchen bei 84,3 Jahren. Ein heute 60-jähriger Mann kann durchschnittlich mit weiteren 21 Jahren und eine Frau mit weiteren 25 Lebensjahren rechnen. Die Lebenserwartung steigt alle fünf Jahr um ein weiteres Jahr.