• Schriftgröße
  • Schrift rauf
  • Schrift normal
  • Schrift runter
  • Kontrast
  • Kontrast Schwarz auf Gelb
  • Kontrast normal
  • Kontrast Blau auf Weiss

Hauptmenü

Sie sind Hier:
Home Soziales Seniorinnen und Senioren Gewalt gegen ältere Menschen

Inhalt

Gewalt gegen ältere Menschen

Gewalt gegen ältere Menschen ist in Österreich immer noch ein Tabuthema. Dies liegt auch daran, dass Gewalt gegen ältere Menschen viele verschiedene Formen hat. Sie reicht von Benachteiligungen im öffentlichen Raum, sprachlicher Diskriminierung, Isolation, Vernachlässigung und finanzieller Ausbeutung, psychischer Gewalt, z.B. durch entwürdigenden Umgang und respektlose Kommunikation, dem Vorenthalten von Grundbedürfnissen, wie z.B. Flüssigkeit und Medikamenten bei pflegebedürftigen älteren Menschen, bis hin zu körperlichen Attacken.

Betroffen sind ältere Menschen, die allein leben, ältere Menschen, die - pflegebedürftig oder nicht - in Familien leben und Gewalt durch Familienangehörige oder andere Menschen im sozialen Nahraum erleiden, und ältere Menschen, die in Institutionen betreut werden. Gewalt gegen ältere Menschen geschieht häufig unauffällig und bleibt vielfach unbemerkt. Ursachen sind unter anderem negative Vorurteile und Wertvorstellungen gegenüber älteren Menschen in der Gesellschaft, unzureichende soziale Unterstützung, fehlende Distanzierungsmöglichkeiten, soziale Isolation und psychische und körperliche Überforderung.

Interventionsstrategien wie das Gewaltschutzgesetz, das bei Gewalt gegen Frauen sehr wirksam ist, greifen im Bereich Gewalt gegen ältere Menschen kaum, da Ursache und Auslöser oftmals kaum voneinander zu unterscheiden sind, TäterInnen und Opfer nicht eindeutig benannt werden können und eine Trennung der involvierten Personen aufgrund der oft großen gegenseitigen Abhängigkeiten sehr schwierig ist.

Der Sensibilisierung von Familien, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Institutionen, Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, aber auch der Öffentlichkeit für alle Formen von Gewalt gegen ältere Menschen kommt große Bedeutung zu.

Folder „Gewalt erkennen. Fragen und Antworten zu Demenz und Gewalt."

Der Folder „Gewalt erkennen. Fragen und Antworten zu Demenz und Gewalt" trägt der Tatsache Rechnung, dass eine Demenzerkrankung nicht nur für die Erkrankten, sondern auch für ihre Umgebung eine enorme Herausforderung darstellt. Fehlendes Wissen über die Krankheit und ihre Folgen führt zu Fehleinschätzungen, falschen Hoffnungen und Überforderungen, die eskalieren und Gewalthandlungen auslösen können.

Aus Angst vor den Folgen und vor gesellschaftlicher Stigmatisierung wird die Krankheit oft verdrängt. Dies nimmt Betroffenen und Angehörigen die Möglichkeit, sich Wissen anzueignen und entsprechend auf die Krankheit einzustellen.

Der Folder stellt die komplexen Zusammenhänge zwischen Krankheitsfolgen, fehlender Information, Überforderung und Gewalthandlungen dar und verdeutlicht anhand konkreter Beispiele die verschiedenen Formen der Gewalt an Menschen mit Demenz.

Herausgegeben wurde der Folder am 15. Juni 2010 anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an älteren Menschen.

Der Folder kann hier heruntergeladen oder kostenlos beim Broschürenservice des Sozialministeriums (Tel.: 0800/202074 oder http://broschuerenservice.bmask.gv.at) bestellt werden.

Folder „Gewalt erkennen. Fragen und Antworten zu Gewalt an älteren Menschen."

Gewalt gegen ältere und alte Menschen hat viele Gesichter: Sie reicht von finanzieller Ausbeutung über die Einschränkung des freien Willens - z.B. das Unterbinden der freien Wahl des Wohnortes, Manipulation bei der Abfassung des Testaments - über Vernachlässigung - z.B. Alleinlassen, Isolierung, aber auch Verweigerung hinreichender Pflege - bis hin zur psychischen Misshandlung und körperlichen Gewalt. Gewalt gegen ältere Menschen kommt sowohl im öffentlichen Raum als auch in Institutionen und innerhalb der Familie vor.

Für Gewalt gegen ältere Menschen gibt es keine einfachen Ursachen-Wirkungserklärungen. Es sind vielfältige Bedingungen dafür ausschlaggebend, dass Gewalt entsteht. Überforderung und Hilflosigkeit, persönliche Probleme und fehlende Unterstützung, aber auch das gesellschaftliche Klima: Abwertende Einstellungen gegenüber dem Alter und negative Vorurteile gegenüber alten Menschen tragen maßgeblich dazu bei, dass Gewalt gegen ältere Menschen überhaupt entstehen kann.

Der Folder „Gewalt erkennen. Fragen und Antworten zu Gewalt an älteren Menschen" soll auf dieses immer noch tabuisierte Thema aufmerksam machen und damit Gewalthandlungen vorbeugen

Herausgegeben wurde der Folder am 15. Juni 2009 anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an älteren Menschen.

Der Folder kann hier heruntergeladen oder kostenlos beim Broschürenservice des Sozialministeriums (Tel.: 0800/202074 oder http://broschuerenservice.bmask.gv.at) bestellt werden.

Erhebung "Übergriffe, Gewalt und Aggression gegen ältere Menschen. Erfahrungen von Expertinnen und Experten in Österreichischen Beratungs- und Hilfseinrichtungen"

Um den Stellenwert des Gewaltproblems bei alten Menschen quantitativ abschätzen zu können, einen systematischen Überblick über Details zu den einzelnen Gewaltformen zu erhalten und Möglichkeiten für die Einrichtung bzw. Vernetzung von Beratungsdiensten in Österreich aufzuzeigen, hat das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Herrn Univ.Prof. Dr. Josef Hörl vom Büro für Sozialtechnologie und Evaluationsforschung mit der Durchführung einer Erhebung beauftragt.

Befragt wurden 247 Expertinnen und Experten in österreichischen Beratungs- und Hilfseinrichtungen.

Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: 26% der befragten Einrichtungen haben „oft" oder „sehr oft" mit Gewaltproblemen aus dem privaten Nahbereich von Familie und Nachbarschaft zu tun, es folgen mit je 12% Vorkommnisse in Institutionen bzw. in der Öffentlichkeit und mit 6% die „gewöhnliche" Kriminalität.

Der persönliche Nahbereich birgt somit die relativ größte Gefahr einer Opferwerdung von älteren Menschen in sich. Nur jede zehnte befragte Stelle ist mit Vorkommnissen aus diesem Bereich überhaupt nicht befasst. Am häufigsten angeführt werden Probleme durch finanzielle Ausbeutung, fast ebenso oft kommen grobe Beschimpfungen und Drohungen vor, gefolgt von Missständen im Sinne von Verwahrlosung (z.B. infolge von Alkoholismus). Auf einer anderen Ebene liegend, aber ebenso schwerwiegend sind der nicht bewältigte Stress und die Überforderungsprobleme von pflegenden Angehörigen, womit sich 85% der befragten Einrichtungen konfrontiert sehen.

Im institutionellen Bereich beziehen sich die häufigsten Beschwerden auf strukturelle Probleme in Heimen und Krankenhäusern und nicht auf Vorkommnisse, die individuell bestimmten Personen im Rahmen ihrer Pflege- und Betreuungstätigkeiten zurechnen wären.

Ereignisse, die sich an verschiedenen öffentlichen Orten - in Verkehrsmitteln, Ämtern, Geschäften - abspielen wie Diskriminierungen, Benachteiligungen oder (mediale) Herabwürdigungen und Beschimpfungen werden von den befragten Einrichtungen insgesamt überraschend zahlreich als Beschwerdefälle registriert.

Die Gesamtergebnisse können hier heruntergeladen werden.